Tagesgeldzinsen orientieren sich am Leitzins
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Die Sitzungen der Europäischen Zentralbank werden jeden Monat mit Spannung
erwartet. Denn von der Entscheidung der EZB über Erhöhungen oder Senkungen des
Leitzinses hängt es ab, wie die Tagesgeldzinsen sich entwickeln. |
Der Leitzins, der gegenwärtig bei 4,25 Prozent liegt, ist der Zins, zu dem sich
die Banken Geld bei der Notenbank leihen können. An diesem Leitzins orientieren
sich die Banken, wenn sie die Höhe der Tagesgeldzinsen festlegen. Allerdings
geben sie die Erhöhungen meist sehr viel zögerlicher weiter als Zinssenkungen,
so dass der Kunde meist ein, zwei Monate warten muss, bis er die Zinserhöhung
auf seinem Tagesgeldkonto bemerkt.
Zur Zeit sind Tagesgeldkonten ein sehr lukratives Geschäft, denn die Zinsen
steigen seit Jahren an. Gab es vor wenigen Jahren noch magere 2 Prozent
Tagesgeldzinsen, so sind es jetzt bereits durchschnittlich 4 Prozent.
Da die Banken sich untereinander große Konkurrenz machen, gibt es viele
Lockangebote, vor allem für Neukunden, wo noch weit höhere Tagesgeldzinsen
angeboten werden. Manche Banken gewähren bis zu 6 Prozent. Allerdings gibt es
bei Top-Angeboten einiges zu beachten.
Die höchsten Tagesgeldzinsen werden häufig von ausländischen Geldinstituten
gezahlt, die nur eine Einlagensicherung von 20.000 Euro haben. Wer mehr anlegen
will, sollte also vorsichtig sein, und sich besser noch eine zweite Bank
aussuchen für die Beträge, die über 20.000 Euro hinausgehen.
Eine andere Bedingung für hohe Tagesgeldzinsen ist meistens, dass man bereit
ist, das Tagesgeldkonto online zu führen. Das bedeutet ein gewisses Risiko durch
Spionagesoftware auf dem heimischen PC.
Nicht selten wird die Gewährung von hohen Zinsen auf Tagesgeldkonten auch an die
Bedingung geknüpft, dass man noch ein zweites Produkt der betreffenden Bank
haben muss, etwa ein Girokonto. Je nach Höhe des anzulegenden Betrages kann sich
ein solches Zinsangebot für Tagesgeld lohnen oder auch nicht.
Da ein
Tagesgeld Konto zusätzlich zu den hohen Zinsen auch den täglichen Zugriff
auf das Ersparte erlaubt, ist diese Form der Geldanlage weit verbreitet und
beliebt.